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Libchavy: Obecní úøad

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HISTORIE

An einer Abzweigung des Trstenice-Weges, der bereits in keltischer Zeit Mittel-Mähren mit dem Zentrum von Ostböhmen verband, wurde im Laufe der großen mittelalterlichen Kolonisierung das langgestreckte Dorf Deutsch-Lichwe gegründet. Der Saumtierweg führte durch das breite, vom ursprünglichen Mischurwald bewachsene Tal des Lichwer Baches in Richtung Norden. Die Besiedlung begann ca. im Jahre 1265 Lichwe von Wildenschwert/Usti n. Orlici her und endete im Jahre 1285, als der hiesige Lokator Wilhelm von Dürnholz der königlichen Kammer vier Marktstädtchen und einige Dutzend neu entstandener Dörfer übergab. Der Lokator holte als Kolonisatoren fähige Familien aus Ostfranken, was später durch Sprach- und Bauforschung belegt wurde. Den ursprünglichen Ort Deutsch-Lichwe teilte Nikolaus von Bubna unter seine drei Söhne auf und leitete damit die spätere Entstehung von Nieder-, Mittel- und Ober- Lichwe ein, die erst 1976 wieder zu einer Gemeinde unter dem Namen Lichwe/Libchavy zusammengeführt wurden.

In Lichwe wurde seit der Gründung bis in das Jahr 1945-46 überwiegend deutsch gespro- chen, wobei das Deutsche sich zu einem spezifischen Dialekt entwickelt hatte. Die meisten Einwohner konnten jedoch auch genügend tschechisch, um sich mit ihren Nachbarn in Böhmisch-Lichwe oder Wildenschwert zu verständigen oder um dort Geschäfte zu erledigen. Andererseits sprach man in den tschechischen Nachbarorten, insbesondere die Geschäftsleute in Wildenschwert, auch immer etwas deutsch. Dazu trugen auch die Mischehen bei, die es zu beiden Seiten der Sprachgrenze immer gab. Diejenigen Einwohner von Lichwe, die in Wildenschwert in den Fabriken arbeiteten, beherrschten das Tschechische so gut, dass man sie als zweisprachig bezeichnen konnte.

ln den Jahren 1945 und 1946 wurde der überwiegende Teil der Einwohner in das Nachkriegsdeutschland vertrieben und ihre Höfe übernahmen neue Siedler aus den umliegenden tschechischen Gemeinden, die, bzw. deren Nachkommen, bis heute hier leben. Viele der ehemaligen deutschen Bewohner von Lichwe besuchen immer wieder gerne ihre alte Heimat. Elternhaus, Familiengräber und alte Bekannte sind Anlass für diese Besuchsreisen. Sie interessieren sich auch heute noch für das Geschehen in Lichwe und beteiligen sich an der Restaurierung und Erhaltung alter Kultur-Denkmäler, insbesondere der Kirche, für die sie gerade jetzt die Wiederbeschaffung der Glocken, die im letzten Krieg eingeschmolzen worden waren, durch grosszügige Spenden unterstützen.

Der feudale Charakter der Gemeinde blieb bis Ende des 19. Jahrhunderts erhalten, als sich viele Menschen von der Landarbeit lösten und in den neu entstehenden Textilfabriken in der nahegelegenen Stadt Wildenschwert/Ústí nad Orlicí Arbeit fanden. Ausserdem entstanden in der Gemeinde eine ganze Reihe von Gewerbebetrieben jeder Art. Auch die Landwirtschaft strukturierte sich neu. Es entstanden spezialisierte Farmen mit Zuchtrindern mit hoher Milchproduktion und solche mit ausschliesslicher Schweine- oder Geflügelzucht. Diese Spezialisierung machte aus einer armen Bauerngemeinde ein relativ wohlhabendes Dorf.

Dies führte sehr bald zur Eröffnung eines Postamtes, zur Elektrifizierung und zum Anschluss an Bus und Eisenbahn. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden fast alle alten Bauernhöfe als Ziegelbauten neu erstellt, grösser und moderner, so dass die ursprünglichen Holzbauten weitgehend verschwanden, die heute in anderen Gemeinden als Denkmäler der Volksbaukunst geschützt sind. Das älteste Gebäude in Lichwe ist ein befestigter Herrensitz aus dem Jahre 1628, der sich am südlichen Ende der Gemeinde befindet und in das Areal eines ursprünglichen Fürstenhofes intergriert war. In der Vergangenheit gab es noch zwei weitere solcher Höfe, einen an der Stelle des heutigen Gemeindeamtes und einen in Ober- Lichwe. Die Mitte der Gemeinde wird beherrscht von der Pfarrkirche St. Nikolaus aus dem Jahre 1802, die sich an der Stelle einer 1799 niedergebrannten kleinen hölzernen Barockkirche mit daneben stehendem Glockenturm befindet. Zu den bemerkenswerten Denkmälern gehört eine Reihe von Barockstatuen, die über die ganze Länge der Gemeinde verteilt zu finden sind.

Jedem Besucher, der von Zeit zu Zeit unser Tal besucht, muss das grosse Engagement der Gemeindeverwaltung für die Erneuerung der Gemeindebauten und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Einwohner unseres Dorfes auffallen.

Die Gemeinde ist von beiden Seiten umgeben von bewaldeten Bergkämmen Lichwemit dem höchsten Berg, der Hurka (546 m ü.M.), im Westen. Im Süden des Katasters kann man das Naturreservat Weietin/Vadìtín finden, wo im Frühling unzählige Frühlings-Knotenblumen und Primeln blühen.

Die Vorgebirgskämme, die von beiden Seiten die Gemeinde Lichwe umgeben, bieten einen wunderschönen Blick auf die Linie des Grenzgebirges zu Polen, das Adlergebirge/Orlické Hory, vom Schwarzen Berg/Suchý vrch bis hin zur Landespforte/ Zemská brána. Diesen Blick nach Nordosten kann man geniessen von dem Weiler Hranice aus. Das Gebiet um Hohenmauth/ Vysoké Mýto und Chotzen/Choceò kann man von dem höchsten Berg im Kataster von Libchavy, der Hurka, überblicken.

Im Dorf befindet sich eine neuerbaute Cmmdschule mit modern ausgestatteten Unterrichtsräumen. Das Gebäude des Gemeindeamtes kann man als das am besten restaurierte historische Denkmal bezeichnen, auf das die Gemeinde stolz sein darf. Die Gemeindeverwaltung verbessert fernerhin die Strassenbeleuchtung, das örtliche Verkehrsnetz, die Müllabfuhr und nicht zuletzt auch das Informationssystem. Seit dem Jahre 1998 ist Lichwe auch an die Erdgasversorgung angeschlossen.

Durch den Ort führt als Hauptverkehrsader die Strasse I/14 in Richtung Königgrätz/ Hradec Králové und weiter nach Prag/Praha bzw. Reichenberg/Liberec oder Náchod. In südlicher Richtung gelangt man nach Brünn/Brno, Olmütz/Olomouc oder Ostrau/Oastrava. Gegenwärtig leben in Lichwe I 500 Einwohner, die in der Landwirtschaft, in örtlichen Betrieben und in den Industriebetrieben in Wildenschwert/Ústí nad Orlicí arbeiten bzw. eigene Gewerbe betreiben. In der Gemeinde gibt es Betriebe, die Busse, ultraleichte Motorflugzeuge, lufttechnische Anlagen für die holzverarbeitende Industrie, Möbel und Bautischlereiprodukte herstellen, sowie auf zahlreichen anderen Gebieten tätig sind, wie Service und Lieferung von Ersatzteilen für Textilmaschinen, in Bäckereien und der Fleischwarenproduktion, der Produktion von Kunststoff -Fenstern, Trainingsgeräten für Fahrschulen, Verkaufslager mit Spenglerei- und Dachmaterial, Grosshandel mit emaillierten Drähten und Ersatzteilen für Elektromotoren und nicht zuletzt Gross- und Einzelhandel mit Installations- und Heizungsmaterial.

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